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  Aktion gegen Militärmusikveranstaltung
"Göttingen:

Aktion gegen Militärmusikveranstaltung



Dabeigewesener
17.02.2008 18:49 Themen: Militarismus

 

Mit demonstrativen Kommentaren wurde am vergangenen Freitag die Veranstaltung „Militär- und Blasmusik - Internationale Musikparade 2008“ in der Göttinger Lokhalle begleitet. Vor dem Eingang hatte sich eine Miniaktionsgruppe platziert: Zwei Transpis, ein Flugi und einige Kreidesprüche kommentierten die Veranstaltung kritisch. Ein Gevatter Tod mit blutiger Sense begrüßte hingegen seine Lieblings-Orchester.
Bullen und Sicherheitsdienst waren auch da und wollten zunächst alles verhindert. Die Diskussionen legten sich, nachdem der Veranstalter erklärt hatte, er würde die Aktionen dulden, solange sie nicht drinnen während der Veranstaltung stattfänden.

Kurz davor hatte ein Aktivist gleich am Eingang zur Halle mit Kreide zwei Sprüche geschrieben („Schöner töten mit Musik!“ und „Jedem Krieger sein Grab!“). Er wurde daraufhin von den Bullen weggetragen. Etwas abseits stellten sie ihn vor die Wahl, die Sprüche wegzuwischen oder ED-Behandlung plus Anzeige zu kassieren. Er entschied sich fürs Wegwischen, wobei er jedoch gleichzeitig die entsprechenden Sprüche laut rief. Daraufhin wurde er wieder weggeschleift und ihm ein Platzverweis erteilt – die Sprüche blieben dann stehen. Überhaupt wollte der leitende Bulle mit seinen vielen Ansagen und Aktiönchen die normale eifrige Willfährigkeit der Polizei zugunsten kommerzieller Veranstalter wohl noch toppen.

Als die AktivistInnen abzogen, um ins Warme zu kommen, hätte die Veranstaltung schon beginnen sollen, es strömen jedoch immer noch Leute in die Halle. Tausende BesucherInnen haben die Anfahrtswege, insb. die Parkhauszufahrt, überlastet. Bei Ankunft an der Halle haben einige menschenverachtende Sprüche und Drohungen gegenüber den AktivistInnen losgelassen.

Solche Veranstaltungen mit Militär, Märschen und Uniformen füllen viele Fernsehstunden und finden überall statt. In diesem Fall waren offenbar auch „normale“ Kapellen mit historischen Uniformen beteiligt, offizielle Militärcorps treten bei solchen Veranstaltungen aber auch auf. Die Musik ist Geschmackssache, aber das mit ihr transportiert militärische Gehabe muss als Teil der zivilgesellschaftliche Mobilmachung kritisiert werden.



Text des Flugblatts:

Stillgestanden zum hohen C
Gegen das Internationale Militärmusik-Festival

Heute findet hier eine Internationale Militär-Musikschau statt. Über 400 musizierenden Soldaten aus sieben Nationen präsentieren ihr riesiges Repertoire der beliebtesten Märsche mit einer Prise Klassik, Folklore und moderner Unterhaltungsmusik in der Lokhalle Göttingen, so wird die Veranstaltung angepriesen.

Das Militärmusik Festival verharmlost militärisches Vorgehen. Es soll eine höhere Akzeptanz für das Militär in der Bevölkerung herstellen.

Deutschland betont oft "die eigene Sicherheit" sei "nicht mehr nur defensiv, sondern notfalls auch mit offensiven militärische Operationen zu gewährleisten". Weltweit hat die Bundeswehr auf 10 verschiedenen Kriegsschauplätzen zurzeit über 8000 Soldaten/Innen im Einsatz. Dabei werden die Interessen an dieser Art von Einsätzen nach innen wie nach außen mit Hilfe einer Kriegspropaganda legitimiert, welche humanistische Gründe als Vorwand angibt. Zielscheibe dieser so genannten Friedenseinsätze ist immer auch die Zivilbevölkerung. Das Ziel ist vor allem die militärische Sicherung von Rohstoffen, die geostrategische Vormachtstellung und die Durchsetzung kapitalistischer Interessen.

Für all diese Einsätze braucht die Armee die Einwilligung und Unterstützung der Bevölkerung zu Hause. Und diese versucht sie bei Propagandaveranstaltungen wie dem Militärmusik Festival heute in Göttingen zu bekommen.

In einer Zeit wo Menschen kaum Zugang zu Arbeits- und Ausbildungsplätze bekommen, bietet sich das Militär als Arbeitgeber an. Es wirbt offensiv in Schulen, bei Volksfesten, Arbeitsagenturen, Militärshows um neue Rekruten, die für einen Ausbildungsplatz und/oder Job bereit sind, das Kriegshandwerk des Tötens auf Befehl zu erlernen. Denn darum geht es nach wie vor bei jeder Armee: lernen zu gehorchen und zu töten und damit die Macht des Kapital aufrecht zu erhalten.

Gegen die Militarisierung der Gesellschaft!
Weg mit der Bundeswehr!
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